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Wissenschaftlicher Durchbruch statt brüchiger Knochen

04/26: In "Blood" veröffentlichte Beobachtungsstudie zu Eisenmangel von Laborleiter Heinz Zoller

Schwäche, Erschöpfung oder verminderte Belastbarkeit: Symptome eines Eisen- oder Phosphatmangels? Irritierenderweise können sie beides sein – und das Team des CD-Labors für Eisen- und Phosphatbiologie an der Medizinischen Universität Innsbruck (MUI) um Laborleiter Heinz Zoller und PhD-Studentin Sonja Wagner deckte durch eine internationale Beobachtungsstudie auf, wie wichtig diese Unterscheidung ist.

Der Kontext: Infusionspräparate wie Eisenderisomaltose oder Eisencarboxymaltose stellen häufig genutze Mittel zur Bekämpfung von Eisenmangel dar. Die Forschung erkennt jedoch bei der Behandlung mit letzterem Wirkstoff ein hohes Risiko für das Absinken des Phospatspiegels im Blut der Patient*innen – was wiederum zu Muskelschwäche und Knochenerkrankungen führen kann. Und dieser Zusammenhang ist den Patient*innen dann möglicherweise nicht einmal bewusst, auch wenn sie die oben genannten Symptome eines Phosphatmangels verspüren – eben darum, weil diese leicht als Eisenmangel-Symptome interpretiert werden können.

Besagte internationale Studie des CD-Labors, die gemeinsam von der MUI, der Universitätsklinik Schleswig-Holstein in Kiel, dem Ludwig Boltzmann Institut für Osteologie in Wien und der Cornell University in New York an über 20.000 Patient*innen durchgeführt wurde, die jeweils mit einem der beiden Präparate intravenös behandelt wurden, zeigte schließlich sehr konkrete, im renommierten Fachjournal "Blood" veröffentlichte Ergebnisse: Eine Therapie mit Eisencarboxymaltose führte im Vergleich zu einer mit Eisenderisomaltose zu einem doppelt so hohen Risiko für Knochenbrüche.

"Wir schließen daraus, dass mit der Gabe von Eisencarboxymaltose molekulare Veränderungen ausgelöst werden, die unabhängig vom Phosphatspiegel die Knochenstruktur schwächen und folglich einen niedrigen Phosphatspiegel verursachen können. Damit wäre abgesenktes Phosphat im Blut nicht allein Ursache der Knochenschädigung, sondern auch Ausdruck eines bereits laufenden Prozesses im Knochen selbst“, so Labor- und Studienleiter Zoller: Und dieser Prozess könnte typischerweise Wochen oder Monate nach der eigentlichen Eisen-Therapie in Knochenbrüchen resultieren.

Die erhaltenen Daten unterstreichen das deutlich erhöhte Frakturrisiko in der klinischen Praxis: Die CDG gratuliert allen Beteiligten herzlich zur Publikation dieser aufschlussreichen Studie!

CD Laboratory for Iron and Phosphate Biology

Head of research unit

Univ.Prof. Dr. Heinz Zoller

Medizinische Universität Innsbruck

Duration

01.09.2019 - 31.08.2026

Commercial Partner

Pharmacosmos A/S