CDG: Sie waren von Anfang an bei den JR-Zentren dabei – was waren die großen Herausforderungen bei der Etablierung des Förderprogramms?
Fredersdorf: In den Anfangsjahren ging es zunächst darum, das Förderprogramm an Österreichs Fachhochschulen bekannt zu machen. Es galt, umfangreiche Informationsveranstaltungen umzusetzen und Akademiker*innen darin zu bestärken, Wirtschaftskooperationen einzugehen und mit Unternehmenspartnern einen potentiell bewilligungsfähigen Antrag zu gestalten. Wegen der hohen fachlichen Ansprüche des Förderprogramms ist diese Aufgabe nach wie vor nicht trivial. Die konstruktive Einführung und Prozessbegleitung durch das CDG-Generalsekretariat stellte sich im weiteren Verlauf als einer von mehreren organisatorischen Erfolgsfaktoren heraus.
CDG: Was bedeutet dieses Förderinstrument heute für die Fachhochschulen in Österreich?
Fredersdorf: Mit dem Förderprogramm gelingt es der Mehrheit österreichischer Fachhochschulen, international anerkannte Forschungsexpertise auf- und auszubauen. Die elaborierte Kooperation von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft bewirkt bei den Kooperationspartnern vielseitige konstruktive Entwicklungen: Hochschulen bauen Expertisen-Cluster aus, fördern ihren wissenschaftlichen Nachwuchs und erhöhen ihren nationalen wie internationalen Ruf. Unternehmen generieren marktwirtschaftlich verwertbare Innovation. Fachhochschulen und Universitäten nähern sich fachlich und organisatorisch an. Nicht zuletzt prosperiert in mittelbarer Folge dadurch auch die regionale Gesellschaft.
CDG: Welche Rolle spielen Fachhochschulen aus Ihrer Sicht in der Forschungslandschaft Österreichs?
Fredersdorf: Mit Fokus auf anwendungsorientierter Forschung und Entwicklung besitzen Österreichs Fachhochschulen einen klaren USP. Forschungsprojekte generieren einen direkten Nutzen für vielseitige Handlungsfelder der MINT-, Wirtschafts-, Sozial-, Medien- und Gesundheitsfächer. Da Studien an Fachhochschulen eng mit disziplinspezifischer Forschung verknüpft sind, bekommen Berufsfelder, in denen Alumni tätig sind, evidenzbasierte Impulse. Und meiner persönlichen Meinung nach gleicht der Status etlicher FH-Professorinnen und FH-Professoren (Habilitation, Forschungsexpertise) jenen von Uni-Profs, daher ist es sicher nur eine Frage der Zeit, bis Österreichs Fachhochschulen Promotionen eigenständig vergeben dürfen.
"International anerkannte Forschungsexpertise"
01/26: Interview mit Frederic Fredersdorf, langjähriger Vorsitzender des JR-Senats der CDG
Banner Interviews CDG-News
