Im Ende Mai 2026 erfolgreich abgeschlossenen Josef Ressel-Zentrum für Produktion von Pulveraktivkohle aus kommunalen Reststoffen am MCI Innsbruck widmeten sich Zentrumsleiterin Angela Hofmann und ihr Team einem wichtigen Zukunftsthema: Wie können kommunal gesammelte Alt- und Resthölzer zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft beitragen? Aus dieser Kernfrage wurden zwei Forschungsschwerpunkte abgeleitet: Einerseits wurde untersucht, wie besagte Hölzer zur Erzeugung eines brennbaren, energetisch nutzbaren Gases verwendet werden können. Andererseits erforschten die Wissenschaftler*innen, wie die bei ebendiesem Prozess entstehende Holzkohle zunächst zu Pulveraktivkohle weiterverarbeitet und dann zur kommunalen Abwasserreinigung in Kläranlagen genutzt werden kann.
Beide Unternehmungen waren von großem Erfolg gekrönt: Einerseits konnte auf Basis der im JR-Zentrum erlangten Erkenntnisse ein neuartiger Gaserzeugungsreaktor entwickelt werden, der es erlaubt, die genannten Alt- und Resthölzer erfolgreich in ein Brenngas umzuwandeln; auch konnte durch Tests mit einem industriellen Schwachgasbrenner die technische Funktionsfähigkeit des Gesamtkonzepts nachgewiesen werden. Andererseits wurden auf dem Fundament der Forschung von Zentrumsleiterin Hofmann und ihrem Team auch zwei Aktivierungsreaktoren zur Pulveraktivkohlen-Herstellung entwickelt und experimentell untersucht: Als besonders vielversprechend erwies sich jene Variante, die direkt an den Gaserzeugungsreaktor nachgeschaltet wird und so – besonders energieeffizient – die gerade erst während der Brenngasherstellung angefallene Holzkohle in Pulveraktivkohle umwandelt. Im Zusammenhang mit dieser umfassenden Forschung, die auch zu wissenschaftlichen Publikationen führte, werden aktuell auch mehrere mögliche Patente geprüft.
Die Wirtschaft profitiert dabei ebenso wie die Wissenschaft, wie ein Blick auf die höchst erfolgreiche Zusammenarbeit mit den vier Unternehmenspartnern des JR-Zentrums zeigt: Syncraft GmbH konnte mehrere neue Anlagenkonzepte für das zukünftige Portfolio entwickeln. Die teilnehmenden Kommunalbetriebe – Innsbrucker Kommunalbetriebe Aktiengesellschaft, Stadtwerke Schwaz GmbH und Gemeindewerke Telfs GmbH – erhielten durch die neuen Entwicklungen die Möglichkeit aufgezeigt, eigene Holzressourcen in einem integrierten Prozess energetisch und stofflich gleichermaßen zu verwerten, um die so erzeugten Produkte (Gas und Aktivkohle) in den eigenen Betrieben einzusetzen. Die Kommunalbetriebe sehen in den Technologien, die auf Basis der Forschung im JR-Zentrum entwickelt werden konnten, ein langfristig relevantes Konzept für zukünftige Anwendungen.
Und nicht zuletzt wird gleich mehrfach ein wichtiger Beitrag für Gesellschaft und Umwelt geleistet: Erstens entstehen durch die Nutzung regional verfügbarer Holzreststoffe lokale Wertschöpfungsketten mit kurzen Transportwegen. Zweitens wird ein wichtiger Schritt in Richtung Energiewende getan, indem anstatt fossiler Energieträger bisher kaum genutzte Holzfraktionen energetisch und stofflich verwendet werden. Und drittens eröffnet die Herstellung nachhaltiger Aktivkohlen neue Möglichkeiten für ressourcenschonende Wasseraufbereitungsverfahren.
Auf Basis der erzielten Ergebnisse sind auch Folgeprojekte zu erwarten: Es bleibt spannend, und die CDG gratuliert allen Beteiligten herzlich zu diesen wunderbaren Erfolgen!
Ein voller Erfolg für Wirtschaft und Wissenschaft
07/26: Beeindruckende Erkenntnisse aus dem JR-Zentrum von Angela Hofmann
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JR-Zentrum für Produktion von Pulveraktivkohle aus kommunalen Reststoffen
Leitung
Prof.(FH) Dr. Angela Hofmann
MCI Internationale Hochschule GmbH
Laufzeit
01.09.2020 - 31.08.2025

