27.07.2022: 3 Fragen an...Laborleiterin und Universitätsprofessorin Ellen Heitzer

Ellen Heitzer leitet seit 2017 das CD-Labor für Liquid Biopsies zur Früherkennung von Krebs an der Medizinischen Universität Graz und wurde im vergangenen Frühling ebendort zur Universitätsprofessorin berufen: Wir nutzen die Gelegenheit für ein Kurzinterview.

Wir gratulieren zur Berufung! Können Sie in drei Sätzen beschreiben, an welchen Themen Sie forschen?
Im Mittelpunkt meiner Forschungstätigkeit steht die Analyse von zell-freier zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA), das sind kleine Bruchstücke des Erbguts von Tumoren, die ins Blut entlassen werden und die genetische Landschaft des Tumors widerspiegeln. In den letzten Jahren hat sich dieses auch als Liquid Biopsy bezeichnete Verfahren als komplementäre Methode zur Gewebsbiopsie etabliert. Dank moderner hochauflösender Methoden ist es mittlerweile möglich, die ctDNA als diagnostischen, prädiktiven bzw. prognostischen Biomarker zu nutzen. Dennoch gibt es eine Reihe offener Fragen hinsichtlich der Standarisierung von Workflows oder auch der Biologie der zell-freien DNA (cfDNA) im Allgemeinen, mit denen wir uns im CD-Labor beschäftigen.

Denken Sie, Ihre Tätigkeit als Leiterin eines CD-Labors hat bei der Entscheidung für Sie eine Rolle gespielt?
Die Leitung eines CD-Labor hat maßgeblich zu meiner Berufung beigetragen. Ich konnte 2016 meine Qualifizierungsvereinbarungen der Tenure-Track Professur erfüllen und wurde zur assoziieren Professorin ernannt. Das CD-Labor hat es mir dann ermöglicht, nicht nur eine Menge an Drittmitteln einzuwerben, sondern auch meine Forschungsgruppe auszubauen und in dem hochkompetitiven Feld der Liquid Biopsy erfolgreich zu publizieren, weshalb ich 2021 als Outstanding Performer evaluiert wurde und so über ein universitätsinternes kompetitives Verfahren zur Universitätsprofessorin aufzusteigen konnte.

Was schätzen Sie besonders am Fördermodell der CD-Labors?
Ein CD-Labor bietet einen großartigen Rahmen, um die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu fördern, und bietet dennoch viel Freiraum für die weitere Forschungsarbeiten. In einem CD-Labor treffen unterschiedliche Herangehensweisen an Forschungsfragen zusammen, woraus für beide Partner ein gewinnbringender Wissens- und Erfahrungsaustausch resultiert. Zudem ermöglicht das CD-Labor eine langfristige Perspektive von bis zu 7 Jahren, was dieses Modell einzigartig in Österreich macht.

Univ.Prof. Priv.Doz. Mag. Dr. Ellen Heitzer leitet das CD-Labor für Liquid Biopsies zur Früherkennung von Krebs und wurde am 1. April 2022 zur Universitätsprofessorin für Liquid Biopsy am Diagnostik- & Forschungszentrum für Molekulare BioMedizin der Medizinischen Universität Graz berufen.

Weitere Informationen zum CD-Labor für Liquid Biopsies zur Früherkennung von Krebs

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